Da herausnehmbare Apparaturen bei komplizierten Zahn- oder Kieferfehlstellungen nur eingeschränkte Möglichkeiten der Behandlung bieten, setzt die Kieferorthopädie hier eher festsitzende Spangen ein, so genannte Brackets. Ein Vorteil dieser Behandlungsart ist - durch die exakte mechanische Wirkung und das ununterbrochene Tragen - die effizientere und damit planbarere und vor allem kürzere Behandlungsdauer im Vergleich zu herausnehmbaren Zahnspangen. Da der Mundinnenraum bei festsitzenden Apparaturen frei bleibt, wirken sie sich kaum auf das Sprechen aus. Dafür erfordern Sie jedoch eine äußerst gründliche und regelmäßige Zahnpflege und Mundhygiene - morgens, abends und nach jeder Mahlzeit - und sind je nach Ausführung und Material mehr oder weniger stark sichtbar. Ein Umstand, der von Ihrem Kind und seiner Umwelt akzeptiert wird.
Bei der klassischen Form der festsitzenden Spange werden zunächst kleine Metall- oder Keramikbrackets mit einem speziellen Klebstoff auf die Zahnoberfläche geklebt, die vorab versiegelt werden kann, wo sie bis Behandlungsschluss bleiben. Die korrigierende Wirkung erzielt die feste Spange mittels eines individuell geformten Drahtbogens, der durch die einzelnen Brackets führt und dort mit Ligaturen (Gummiringe oder Drähte) befestigt wird. Der Drahtbogen ist in Form des idealen Zahnbogens vorgespannt und versucht, in diese Form zurück zu gelangen. Mit der dabei ausgeübten Kraft werden die Zähne langsam in die Idealposition geführt. Um nicht zu viel Druck auszuüben erfolgt die Behandlung in vielen kleinen Schritten, wird der Drahtbogen während der Behandlung immer wieder angepasst, bis die gewünschte Korrektur erreicht ist.
Ihren Ursprung hat diese auch noch als "Multibandbehandlung" bezeichnete Technologie bereits in den 20er Jahren. Während früher nur schmale Metallbänder auf den glatten Zahnoberflächen aufzementiert werden konnten, ist mit Entwicklung spezieller Klebetechniken das feste Aufbringen der Brackets auf den Zahnoberflächen und so eine noch patientenfreundlichere Behandlung möglich geworden. Die Brackets sind immer kleiner geworden und durch neue Materialien wie Keramik oder Glasfaser zudem fast unsichtbar. Relativ neu ist die so genannte Lingualtechnik, bei der spezielle Brackets auf der Zahninnenseite befestigt werden und die Spange nicht mehr sichtbar ist.